Kein Taxi für die Grünen
Nach Landtags-Wahlen geht die grosse Pilgerreise nach Berlin los. Neugewählte und Abgewählte müssen in ihren Parteizentralen antraben, es gibt Pressekonferenzen für die Hauptstadtjournalisten - so sind die Montag-Morgenflieger nach Berlin immer knallvoll. Ich reise im gleichen Flugzeug wie der wohl neue Baden-Württemberger Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Wir haben uns in den letzten Tagen in Stuttgart öfters gesehen - er winkt mir freundlich zu. Hochstimmung bei den Grünen, auch noch im Flughafenbus, der sich auf dem Rollfeld irgendwie verfährt und plötzlich anhalten muss, weil ein riesiger Flieger wenige Meter vor uns auf den Start wartet.
Doch dann wartet auf Kretschmann und sein Team die grösste Herausforderung für Berlin-Ankömmlinge: Ein Taxi zu ergattern. (Auch Grüne haben an so einem Tag keine Zeit zum Busfahren...) 2000 Taxis gibts in dieser Stadt zuviel, sagt man, alle Taxifahrer jammern immer als erstes. Aber: Bei der Flughafen-Ankunft herrscht sehr oft Taxi-Mangel, lange Schlagen bilden sich am Taxistand - auch Kretschmann muss anstehen. Und warten. Und nochmals warten. Und da findets Kretschmann plötzlich nicht mehr so lustig - schliesslich muss er um 15 Uhr schon wieder zurück in Stuttgart sein. Na denn, Herr Kretschmann, willkommen im Berliner Chaos... Schliesslich darf er dann doch einsteigen in eine Kraftdroschke, wie Taxis hier offiziell heissen.
P.S.: Der abgewählte Ministerpräsident, Stefan Mappus, hat diese Probleme nicht. Auch er kommt nach Berlin, zur Kanzlerin. Auf ihn warten am Flughafen aber gepanzerte Nobelkarossen - da darf Kretschmann erst nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten im Mai einsteigen. Immerhin.
Natürlich halte ich Herr Kretschmann für einen rational denkenen Menschen. Bin jedoch sehr gespannt, wie sich das in Baden-Würtemberg entwickelt. Vor allem die Energiepolitik ist natürlich von grossem Interesse. Gewisse Politiker suggerieren nun: Es gehe ohne AKWs. Dieselben sind dann wieder an erster Stelle, wenn es darum geht, irgendwo im Schwarzwald ein paar Windräder aufzustellen. Das ganze ist schon sehr problematisch.
Pius Tschirky
Nie und nimmer heißen Taxis in Berlin "Kraftdroschke". So ein Quatsch. Kann das SF nicht mal jemanden nach Berlin schicken, der nicht so einen Mist schreibt. Eine/n JournalistIn, der/die wirklich Ahnung hat und sein/ihr wissen nicht aus Reiseführern bezieht. Peinlich!
ich bin ein berliner...
Nie und nimmer? Gucken Sie sich mal den Wikipedia-Eintrag dazu an - aber vielen Dank für Ihre Anregung:
Eine Droschke ist ein leichtes, offenes, gefedertes Gefährt für eine oder zwei Personen. Pferdedroschke bezieht sich auf eine von Pferden gezogene Droschke. Kraftdroschke bezeichnet eine motorgetriebene Droschke (Taxi). Der Droschkenkutscher ist somit der Kutscher einer Droschke.
Die Bezeichnung „Droschke“ entspringt der Übernahme des russischen Wortes „drožki“ (??????), womit im 18./19. Jahrhundert ein leichter, bequemer Wagen oder Schlitten für die Ausfahrt edler Herrschaften bezeichnet wurde. Diese Gefährte wurden in Sankt Petersburg, aber auch an anderen Höfen, wie zum Beispiel in Warschau, genutzt.
Anfang des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1811, soll der Dessauer Pferdehändler Alexander Mortgen in Berlin diese „Warschauer Droschken“ eingeführt haben. Einhergehend mit diesem Ereignis entwickelte sich der Begriff „Pferdedroschke“.
Nachdem Simon Kremser ab 1825 mit königlicher Erlaubnis am Brandenburger Tor Personenkutschen aufstellen durfte, bekam die von ihm genutzte Art der Pferdedroschke die spezielle Bezeichnung des „Kremsers“.
Am 19. April 1906 starb Pierre Curie, als er unter eine Droschke geriet und dabei einen Schädelbruch erlitt.
Da heutzutage kaum noch Pferdedroschken im Einsatz sind, wurde der spezielle Begriff „Kraftdroschke“ wieder zu „Droschke“ und man hält auch heute noch in Berlin und Köln eine „Droschke“ an, wenn man mit dem Taxi fahren will. „Fluchen wie ein Droschkenkutscher“ wird gelegentlich noch verwendet, wenn jemand besonders ausufernd flucht.
Hans Fallada setzte mit dem Roman Der eiserne Gustav aus dem Jahre 1938 der Droschke ein literarisches Denkmal (verfilmt 1958 mit Heinz Rühmann und 1978 als Fernsehserie mit Gustav Knuth).
Stefan Reinhart
Und hier noch der ganz offizielle Teil aus dem amtlichen Taxi-Zulassungsverfahren:
Kraftfahrzeugangelegenheiten
Zulassung von Kraftdroschken (Taxen)
Erforderliche Unterlagen
* Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung Teil I
* Fahrzeugbrief / Zulassungsbescheinigung Teil II
* elektronische Versicherungsbestätigung (eVB)
* Personalausweis oder Pass mit Meldebescheinigung
* Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung gem. § 29 StVZO (HU-Prüfbericht; die Vorlage des Prüfberichts über die letzte Hauptuntersuchung ist nur dann erforderlich, wenn sich die Fälligkeit der nächsten HU nicht aus dem Fahrzeugschein/ ZBI ergibt)
* Bescheinigung über die Abgasuntersuchung für AU-pflichtige Fahrzeuge
* ggf. Vollmacht, einschließlich Personaldokument des Vollmachtgebers und Personaldokument des Bevollmächtigten
* Kennzeichenschilder
Bitte bringen Sie alle Unterlagen grundsätzlich im Original mit.
Hinweis:
Die Vorlage der Genehmigungsurkunde ist nur erforderlich, wenn die Anschrift, auf die das Fahrzeug zugelassen werden soll, von der Wohnanschrift abweicht.
Allen Kundinnen und Kunden wird dringend empfohlen, vor einem Besuch in einer der Zulassungsstellen einen Termin zu buchen , denn Terminkunden werden vorrangig und in der Regel ohne Wartezeit bedient. Bitte wählen Sie sich über den Dienstleistungsindex die entsprechende Dienstleistung aus und buchen dort den Termin.
Stefan Reinhart
Kommentar verfassen
Liebe Blog-Besucherinnen und -Besucher
Wir freuen uns, wenn Sie die Beiträge unserer Blog-Autoren kommentieren und bitten Sie, sich dabei an die Netiquette zu halten.

















