7.3.2012 15:13

 

Super Tuesday: Gewinner und Verlierer

Die Vorwahlen in zehn Staaten gleichzeitig haben keinen eindeutigen Sieger hervorgebracht. Super war dieser Dienstag laengst nicht fuer alle. Die Liste.

media.jpg
Profitieren eindeutig am meisten vom Wahlkampf: TV-Sender in den USA.

Gewinner:

1. Medien
Nichts ist besser fuer Medien, insbesondere fuer das 24-Stunden-News-Fernsehen hier in den USA, als ein langer Wahlkampf. Nicht nur gibt's staendig etwas zu berichten, man kann auch schicke Grafiken einsetzen und jede Detailbefragung der Waehler ausgiebig diskutieren. Und last but not least: kassieren. Schliesslich sind es vor allem die Fernsehsender, welche die Werbe-Millionen der Politiker einstreichen.

2. Romney
Er ist und bleibt die Nummer Eins bei den Republikanern - allerdings sieht er bei seinen Siegen mehr aus wie eine, naja, Nummer Null Komma Acht. Trotzdem: Mit seinem Vorsprung an Delegierten-Stimmen ist Romney jetzt nur noch schwer einzuholen. Er kann schon mal seine Rede fuer die Nominierung im August schreiben.

3. Santorum
Er ist nun das, was er immer sein wollte: Der Anti-Romney. Zudem hat es Santorum geschafft, seine Themen (Religion, Familie etc.) in einen Wahlkampf einzubringen, wo alle nur ueber die Wirtschaft reden wollten. Auch wenn er nicht Kandidat der Partei wird: Die Debatte hat Santorum entscheidend gepraegt.

4. Obama
Ja, den gibt's auch noch! Der Praesident kann sich (noch) zuruecklehnen und zusehen, wie die Republikaner aufeinander losgehen. Je laenger sie naemlich versuchen, die konservative Partei-Basis von sich zu ueberzeugen, desto mehr hat Obama freie Bahn um sich auf die Mitte-Waehler zu konzentrieren, auf die es im Herbst ankommt.

Verlierer:

1. Waehler
Wahlkampf ist wichtig in einer Demokratie, damit die Waehler sich informieren und die Kandidaten kennen lernen koennen. Doch das gehaessige Hickhack dieses Jahr informiert laengst niemanden mehr, es schreckt viele Waehler nur noch ab. Das haben sie nicht verdient.
 
2. Romney
Schon wieder? Richtig gelesen, Romney taucht sowohl in meiner Gewinner- als auch in meiner Verlierer-Liste auf. Waehrend er die Nomination wohl gewinnen wird, sieht es fuer ihn im Kampf gegen Obama immer duesterer aus: Mehr und mehr Mitte-Waehler wenden sich von ihm ab, weil ihnen der Romney aus den Vorwahlen nicht gefaellt.

3. Gingrich
Newt, wie er hier nur genannt wird, hat zwar sein Heimspiel in Georgia gewonnen. Aber das ist das reine Minimum - vom grossen Sturm im Sueden, den er prophezeit hatte, war nichts zu spueren. Santorum hat Gingrich da foermlich den Wind aus den Segeln genommen.

4. Politik
Die USA befinden sich am Scheideweg Die heftigste Wirtschaftskrise seit achtzig Jahren in den Knochen, ist nun die Frage: Wie weiter, Amerika? Demokraten und Republikaner haben diametral entgegengesetzte Ideen, wie die Zukunft aussehen soll - von Umweltproblemen ueber Schuldentilgung bis zur Weltmacht-Politik. Diese Debatte braucht das Land. Doch je laenger die Republikaner ueber ihre (geringen) Differenzen streiten, desto laenger muss es darauf warten.

(Thema Nummer Eins im Wahlkampf ist die Wirtschaft. Kommt der Aufschwung gerade rechtzeitig, um ihm die Wiederwahl zu sichern? Zum "10vor10"-Beitrag aus Ohio geht's hier.)


Kommentare
 

Kommentar verfassen

Liebe Blog-Besucherinnen und -Besucher
Wir freuen uns, wenn Sie die Beiträge unserer Blog-Autoren kommentieren und bitten Sie, sich dabei an die Netiquette zu halten.