25.4.2012 22:17

 

"Yes We Can", das war einmal

Erinnern Sie sich noch? Vor vier Jahren, im April 2008, kam die "Obamania" so richtig in Fahrt. Der schwarze Senator fesselte die Welt mit seinen Worten: Hope, Change, Yes we can. Von so einer Botschaft ist in der Obama-Kampagne 2012 nichts mehr zu spueren.

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Dieses Bild bringt es fuer mich auf den Punkt: Auf der Hoehe der Obama-Fieberkurve hat ein Bewunderer das Konterfei seines Helden auf eine Hauswand in Washington gemalt. Darunter in grossen Lettern das Wort PROGRESS - Fortschritt.

Das war das eigentliche Versprechen Obamas 2008: Es wird voran gehen. Nach acht Jahren Bush war das genau die Message, die die Nation hoeren wollte. Und Obamas Anhaenger hoerten in seinen Worten jeweils genau das, was sie sich selber wuenschten: Schluss mit Krieg. Die Wende in der Klimapolitik. Der Aufschwung. Das Ende der kulturellen Spaltung Amerikas.

Viel mehr als seine eigenen Worte war es die Wahrnehmung von Obama, die ihn definiert hat. Die Hoffnung - Hope - auf eine bessere Gesellschaft, in jeder erdenklichen Hinsicht. Ein Traum, ja, fernab von jeglichem Realismus. Doch realistisch war Amerika noch nie; hier traeumt man aus Prinzip.

Dieses Jahr jedoch haben viele ausgetraeumt. Krise, Job-Not, Blockade in Washington. Und Obama? Er fuehrt eine Kampagne, wie sie unterchiedlicher nicht sein koennte zu "Hope" und "Change". Im Kampf um die Wiederwahl 2012 wird in erster Linie der Gegner demontiert.

In der Steuerpolitik zum Beispiel: Da schlaegt Obama vor, Millionaere hoeher zu besteuern. Die Budget-Probleme der USA bekommt man damit nicht mal ansatzweise in den Griff - dafuer kann der Praesident bei jeder Gelegenheit betonen, wie wenig Steuern sein Gegner Mitt Romney bezahlt. Sogar ohne diesen beim Namen zu nennen. Obamas Reden sind voll von Seitenhieben gegen Romneys Reichtum. Nein, "Yes We Can" wie 2008 ist das laengst nicht mehr.

2012 heisst die Botschaft - zwischen den Zeilen - lediglich noch "No, He Won't". Und beim Bild von Obama an der Hauswand in Washington blaettert die Farbe ab.



Kommentare
 

26.4.2012 16:26

  

Du bist im Sprechen besser als im Schreiben

Karl Gross


26.4.2012 18:32

  

Danke Karl. Mache beides gern - mal besser, mal schlechter. Was zählt ist der Inhalt.

Arthur Honegger


6.5.2012 10:55

  

der Inhalt ist aber sehr klein, könnte von Blocher sein!

Walter A. Kathriner


7.5.2012 18:54

  

Wird also im Herbst gewinnen, wer die Amis doch wieder zum Träumen bringt?
Vorteil Obamas: danach wärs nurmehr für die Geschichte, ob es Albtraum oder Vorsehung war. Nur gilt wohl jetzt auch im "unbegrenzten" Land:
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. (Friedrich Schiller aus: Wilhelm Tell)

Marc Frei


13.5.2012 19:06

  

ob obama oder romney,
keiner der beiden ist besser als der andere. sie sind beide schlecht für america. obama hat nur weitergemacht was bush angefangen hat. mehr kriege, patriot act verlängert,neu unter obama, man wird von der tsa sexuell belästigt

sbeerli


13.5.2012 19:13

  

ob obama oder romney,
keiner der beiden ist besser als der andere. sie sind beide schlecht für america. obama hat nur weitergemacht was bush angefangen hat. mehr kriege, patriot act verlängert,neu unter obama, man wird von der tsa sexuell belästigt

sbeerli


28.5.2012 10:57

  

Das Sujet auf der Hauswand war vom Künstler Shepard Fairey, der mit seiner genialen Plakatserie damals schon die Obamania als das entlarvte, was sie war: pure Propaganda!

Thomas


29.5.2012 07:22

  

weshalb soll ein bezahlter korrespondent bloggen, wenn darin weniger konkreter inhalt ist als mein wissen, das ich beim überfliegen von 20min erhalte. ein blog wäre doch eine super gelegenheit, details zu bringen, analysen. obama unterscheidet sich kaum von seinen vorgängern z.b. auch bei streubomben abkommen e.t.c.. un der text ist schlecht geschrieben.

bayt


29.5.2012 17:33

  

Hallo "Bayt",

danke fuer Ihren Kommentar. Es steht Ihnen frei, selber einen Blog zu starten. Was den Korrespondenten-Blog anbelangt, ist dieser stets in Zusammenhang mit unserer ausfuehrlichen Berichterstattung im TV zu sehen - zum konkreten Beispiel (Obamas Wahlkampf 2012) verweise ich gerne auf diverse Beitraege zum Thema in der "Tagesschau", die ich aus den USA sowohl 2008 wie auch dieses Jahr produziert habe.

Arthur Honegger


29.5.2012 17:36

  

Hallo Thomas

vielen Dank fuer Ihren Kommentar. Ich kenne die Werke von Fairey - und die Copyright-Kontroverse dazu. Ich habe sein "Hope"-Poster allerdings nie als entlarvend wahrgenommen, vielmehr als Hommage. Entsprechend wurde es uebrigens 2008 auch von Obamas eigenen Leuten eingesetzt.

Arthur Honegger


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