17.5.2012 00:53

 

Hier wird Obama nie gewinnen

Nanu? Da habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich diese Woche auf der Fahrt durch den Bundesstaat Indiana plötzlich dieses Ortsschild sehe.

photo.JPGWillkommen in Romney. Viel gibt es hier nicht zu sehen - am Werkzeug-Laden und dem Spielwaren-Geschäft vorbei und man hat schon das halbe Dorf hinter sich. Zeit genug allerdings um sich zu fragen: Was hat Romney gemeinsam mit seinem berühmten Namensvetter, dem Spitzenkandidaten der Republikaner im Rennen ums Weisse Haus?

Eine kurze Recherche zeigt vor allem eins: Romney ist ganz schön konservativ. 2008 zum Beispiel, im Jahr der Obamania, hat Romney mit deutlicher Mehrheit John McCain gewählt - Obama musste sich hier mit kümmerlichen 36 Prozent der Stimmen begnügen. Immerhin, den Staat Indiana konnte er trotzdem gewinnen, äusserst knapp mit 49,9 Prozent (versus McCain mit 49 Prozent).

Indiana gehörte zu jenen Staaten, die sich vom Phaenomen Obama mitreissen liessen. Sonst zuverlässig republikanisch-rot, seit 44 Jahren schon, liessen sich die Wähler hier vor vier Jahren vom Geist der Stunde überzeugen. Indiana zeigt damit auch beispielhaft auf, wo Obamas Problem 2012 liegt: Die traditionell "roten" Staaten wird er dieses Jahr nicht in "blaue" Flecken auf der Wahl-Landkarte verwandeln können; denn aus dem Phaenomen Obama ist der Präsident Obama geworden. Und den misst man nicht an seinen Worten, sondern an seinen Taten.

Die Strategie von Obama ist daher, sich voll auf die Staaten zu konzentrieren, die auf der Kippe stehen. "Violett" nennt man sie hier, weil sie weder rot noch blau sind. Indiana gehört da nicht dazu. Und in kleinen Orten auf dem Land - wie eben Romney - hat Obama dieses Jahr erst recht keine Chance. Auch wenn sie nicht auch noch zufällig so heissen wie sein Gegner.



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